Bachmann, Christian - Die Krebsmafia

Bachmann, Christian - Die Krebsmafia

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Christian Bachmann

DIE KREBSMAFIA Intrigen und Millionengeschäfte mit einer Krankheit Vorwort von Frederic Vester

Editions Tomek

Für Maja

Ich danke den zahlreichen Personen, die durch Anregungen, Mitteilungen, Literaturvermittlung, Diskussion und Kritik mitgeholfen haben, daß dieses Buch entstehen konnte. Frauenfeld, im Januar 1981

C. B.

© 1981 R. St Tomek »Casablanca« - Principauté de Monaco Alle Rechte, einschließlich der fotomechanischen oder elektronischen Wiedergabe, vorbehalten Umschlag: Urs Kohli, Bern Lektorat: Bettina Stahel Gesamtherstellung: Weisermühl, Wels ISBN 2-86443-009-6

Inhalt Vorwort

7

Einleitung 1

Der betrogene Patient

19

2

Der Vietnamkrieg gegen den Krebs

33

3

Das Establishment

65

4

Die »Wohltäter«

95

5

Wunder oder Schwindel?

119

6

»Es gibt keine Krebsdiät«

133

7

Das Ghetto der Steiner-Jünger

157

8

Bücherverbrennung

177

9

Strahlengeschichten

I97

Psycho-Terror

22 5

10

11 Der Fall Issels

253

12 Die Kostenfrage

279

13 Was tun gegen Krebs?

289

Quellenhinweise

305

Vorwort In einer dreibändigen Zusammenstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft berichteten kürzlich 2495 Krebsforscher aus insgesamt 780 Instituten über den Stand ihrer Arbeit. Ergebnis der letzten Jahrzehnte: eine Palette neuer krebshemmender Arzneimittel, immer raffiniertere und kostspieligere Bestrahlungs- und Diagnosegeräte und der Nachweis einer großen Zahl krebserzeugender Chemikalien und Umweltgifte. Einzig interessante Frage: Wie viele Menschen werden auf Grund dieser Ergebnisse heute weniger von Krebs befallen, beziehungsweise mehr geheilt als früher? Die Statistik weist aus, daß 1955 etwa 95 000 Bundesbürger an den verschiedenen Krebsarten starben, 1975 jedoch bereits rund 150000 ohne daß die Bevölkerung entsprechend zugenommen hätte. Und die Zahl steigt weiter. Es ist daher wohl kaum zu leugnen, daß die etablierte Krebsforschung und Krebstherapie seit über 20 Jahren in einer Sackgasse stecken. Dennoch werden nach wie vor wesentliche alternative Richtungen und Innovationen nicht gefördert, nicht ernsthaft auf neuartige Wirkungen geprüft, ja zum Teil gezielt unterdrückt. Die Krebsmafia - ein schockierender Titel. Gibt es sie also wirklich? Sicher nicht im Sinne des Familienclans, des bewußt organisierten, straff geleiteten Erpressungs-, Unterdrückungs- und Einschüchterungssyndikats. Der Autor hat diesen Titel vor allem gewählt, um die undurchdringliche Phalanx zu beschreiben, mit der das an den Hebeln sitzende Establishment - bewußt oder unbewußt - jedes Eindringen »Artfremder« abblockt. Mir selbst erscheint diese »Mafia« als das Ergebnis einer zufälligen Systemstruktur äußerst unterschiedlicher, getrennt und dennoch parallel wirkender Interessengruppen. Da wäre z. B. der medizinische Klüngel mit seinen verständlichen Finanzinteressen; die etablierte Forschung mit ihren geldverschlingenden Programmen, die von der öffentlichen Hand immer neu gefüttert werden müssen, wo Doktorarbeiten laufen, für die man Geld braucht, und Forschungen durchgeführt werden, weil Publikationen fällig sind; dann die Apparatehersteller der Industrie mit ihren immer neu anrückenden Groß-Robotern, -Scannern, 7

-Bestrahlungs- und -Analysengeräten, die ihre teuren Maschinen natürlich nur mit gutem Gewissen verkaufen können, wenn sie vom medizinischen Establishment abgesichert sind; und schließlich die Offiziellen, die Politiker und Administratoren, die Jahr für Jahr Steuergelder verteilen im guten Glauben, sie in die richtigen Kanäle fließen zu las