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2. Die Rolle des Beraters

Was alle professionellen Berater gemeinsam haben ist das sie sich an einem rationalen Handlungsmodell orientieren: Sie analysieren gemeinsam mit dem Klienten eine gegebene Problemsituation nach Maßgabe rationaler Kriterien und unter Verwendung systematisch gewonnen Wissens und entwickeln auf dieser Grundlage Handlungsmöglichkeiten zur Bewältigung der Problemsituation. Zur professionellen Beratung ist erforderlich, dass der Berater eine Reihe von Kompetenzen (Beratungskompetenzen; Strasser und Gruber, 2003) mit sich bringt, die ihm erlauben auf der Grundlage personaler Ressourcen reflektierte Erfahrungen situationsgemessen und effektiv anzuwenden. Die einzelnen Beratungskomponenten, die ein Berater vorzeigen sollte, sind: a) Fachwissen – Die Basis → Theoretisches Fachwissen im Sinne von Theorie, Modellen und empirisch gesicherten Erkenntnissen der Psychologie und anderer Disziplinen, die zur Beschreibung und Erklärung von beratungsrelevanten Sachverhalten verwendet werden können. b) Personale Ressourcen – es geht um die Persönlichkeit des Beraters, weil sie mitbestimmt welches Konzept der Beratende im Einzelfall für geeignet hält. Wie der Berater in bestimmten Situationen vorgeht und wie er Informationen gewinnt und sie bewertet, steht auf der Grundlage seiner personalen Ressourcen reflektierter Erfahrungsprozess. c) Soziale Kompetenz – ist ebenfalls eine personale Ressource die aber mitentscheidet ob es dem Berater gelingt, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, das den Ratsuchenden zur Selbstenthüllung veranlasst, ohne das er sich beschämt fühlt. Rogers hat schon 1961 auf die Bedeutung des persönlichen Interaktionsstils des Beraters hingewiesen, indem er 3 „Therapeuten Variablen“ definierte – Empathie, Wärme und Echtheit. Noch eine besondere soziale Kompetenz die erwähnt sein sollte ist „Interkulturalität“ – eine vom dem Berater kommende, ausgeprägte Lebensweltsensibilität gegenüber dem kulturell oder subkulturell Anderen wie auch gegenüber individuellen Lebensstilen. d) Bewältigungskompetenz – In der Lage zu sein, Spannungen und Konflikte zu ertragen, die sich unter anderem aus der widersprüchlichen Interessenlage der am Beratungsgeschehen beteiligten Institutionen und Personen ergeben. e) Prozesskompetenz – Mann sollte den Berater nicht nur auf einer Ebene von relative allgemeiner Kompetenzen und Fähigkeiten betrachten, sondern auch auf der Ebene einer optimalen Gestaltung des Beratungsvorgangs. Schley (1992, nach Krapp & Weidenmann; 2006) weist in diesem Zusammenhang auf Fähigkeiten und Fertigkeiten, die er als „Prozesskompetenzen“ definiert. Dabei geht es um die Fähigkeit 3 separate, in jedem Beratungsvorgang zu bewältigende Schritte, differenzieren zu können, aber noch immer in einem zeitlich ausgewogenen Verhältnis zu bearbeiten: a) Auftauen (unfreezing); b) Ändern (moving); c) Wiederherstellen der Stabilität (refreezing). Es bestehen diverse andere Aufteilungen der sogenannten Beraterskills, zum Beispiel die von H.Will:

Sich in die Problemlage des Gesprächpartners hineinversätzen können Analytisches Herausarbeiten des Beratungsproblems Klären von Zielen und Erwartungen Klares Strukturieren des Beratungsablaufs Definieren Der Interventionsebenen Aktives zuhören Variabel verfügbare Gesprächstechniken Erkennen und Vermeiden von "Verstrickungen" Didaktisches Aufbereiten von Lösungsstrategien Teamorientiertes Arbeiten VON H. WILL GENANNTE „BERATER – SKILLS“

Sich für eine entscheiden, in der sich die meisten Studentenvorschläge beinhalten, und die dann gemeinsam erklären.

Prinzipien des Beraters.

Didaktisch-methodische Prinzipien sind üblicherweise gewählte sprachliche Platformen, auf denen sich pädagogisch-professionelles Handeln fassen lässt. Sie sind Orientierungspunkte, aber auch für die Überprüfung des Pädagogischen Alltagshandelns tauglich. Wichtig sind auch die Handlungsleitprinzipien des Beraters die Klein (2005; in Klein, R., Reutter, G., 2005) definiert hat: 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

Teilnehmerorientierung, Bi