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Inhaltsverzeichnis VORWORT

3

THESEN ZUR AUTONOMEN BEWEGUNG 1981

4

DREI ZU EINS

15

DOITSCH-STUNDE

60

AUSBEUTUNGSVERHÄLTNISSE & INTERNATIONALE ARBEITSTEILUNG

76

DEFINITIONSMACHT SCHWERGEMACHT

104

DIE ANGST VOR DEN FRÖSTEN DER FREIHEIT

117

GEWALT MACHT MÄNNER

132

WAS TUN? GEWALT IN DER SEXUALITÄT VERBIETEN? GEWALT ENTSEXUALISIEREN?

147

SCHWARZER BLOCK

160

N30 BLACK BLOC COMMUNIQUÉ

167

N30 BLACK BLOC COMMUNIQUÉ (DEUTSCH)

173

ZAHNLOS ÜBERLEBEN

180

SOLIDARITÄT UND ANARCHIE

181

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Vorwort In diesem Reader ist eine Sammlung von Texten abgedruckt, die wir für eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „25 Jahre Schwarzer Block“ im Mai `05 in Winterthur (Schweiz) zusammengestellt haben. Die Vorbereitungsgruppe ist nicht ein homogener Zusammenhang, dem eine politische Linie gemeinsam ist, was auch in der Auswahl der Texte zum Ausdruck kommt. Die Texte sind als Grundlage für die Diskussionen an der Veranstaltung gedacht und widerspiegeln nicht (direkt) unsere politische Meinung. So finden wir Teile aus den abgedruckten Texten nicht gut, dennoch finden wir alle Texte für die Diskussion um autonomes Politikverständnis wichtig und brauchbar. So soll dieser Reader auch verstanden und gebraucht werden. Die Texte wurden für diesen Reader nicht verändert, sondern so abgedruckt wie wir sie vorgefunden haben. Dies betrifft nicht die Formatierung, allerdings die Grammatik und die Rechtschreibung.

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Thesen zur Autonomen Bewegung 1981 aus: Der Stand der Bewegung, Lesebuch zum Autonomie-Kongress 1995, siehe auch: Chronologie 1981

1. Wir kämpfen für uns, andere kämpfen auch für sich, und gemeinsam sind wir stärker. Wir führen keine Stellvertreterkriege, es läuft über "eigene Teilnahme", Politik der 1.Person. Wir kämpfen für keine Ideologien, nicht fürs Proletariat oder fürs Volk, sondern für ein selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen, wohl wissend, dass wir nur frei sein können, wenn alle anderen auch frei sind! 2. Keinen Dialog mit der Macht! Wir stellen nur Forderungen, auf die die Macht entweder eingehen kann oder auch nicht. 3. Wir sind nicht zusammengekommen über Arbeit oder Fabrik; Arbeit ist für uns ein Ausnahmezustand. Kennengelernt haben wir uns über Punkmusik, Szenekneipen und die sonstige Subkultur. 4. Wir haben alle einen "diffusen Anarchismus" im Kopf, sind aber keine traditionellen Anarchisten. Teile von uns sehen den Kommunismus/ Marxismus als eine Herrschafts- und Ordnungsideologie; er will den Staat, wir aber nicht. Andere meinen, dass es einen eigentlichen Kommunismus gibt, der nur immer wieder verfälscht worden ist. Einig sind wir darüber, dass alle aufgrund der Erfahrungen mit KGruppen, DDR, etc. grosse Schwierigkeiten mit dem Begriff Kommunismus haben. 5. Keine Macht für niemand! Auch keine "Arbeitermacht" oder "Volksmacht" oder "Gegenmacht", sondern Keine Macht für Niemand! 6. Mit der Alternativszene haben wir inhaltlich nichts zu tun, sind aber bereit, die Strukturen und technischen Mittel der Alternativszene zu benutzen. Uns ist klar, dass der Kapitalismus hier einen neuen Nebenzyklus von Kapital und Arbeit schafft, sowohl als Beschäftigungsfeld für arbeitslose Jugendliche, als auch als Experimentiertfeld zur Lösung anstehender sozialer Spannungen und wirtschaftlicher Probleme. 7. Uneinig sind wir uns darüber, ob wir´ne Revolte sind oder`ne Revolution wollen. Ein paar wollen´ne permanente Revolution, der Rest meint, das könne man dann gleich eine permanente Revolte nennen. Revolution ist für sie ein Fixpunkt, ab dem dann angeblich das Reich der Freiheit da ist. Und das gibt's ihrer Meinung nach

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nicht. Freiheit ist vielmehr der kurze Moment, in dem der Pflasterstein die Hand verlässt